Ein Interview der besonderen Klasse – von Mama zu Mama – Laura interviewt Agi

Hier kommt wie angekündigt ein weiterer Mamastar für euch und zwar mit einer ganz besonderen Begabung. Einem Auge für die besonderen Momente des Lebens und die einzigartige Schönheit eines jeden Menschen. Aber überzeugt euch selbst.

Agi ist 33 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei wundervollen Kindern. Sie ist Fotografin und praktizierende Krankenschwester und in beiden Funktionen, aber vor allem generell, ein sehr kreativer, laut-fröhlicher und mitreißender Mensch. Seit vielen Jahren ist sie eine Wegbegleiterin von mir und eine der mir nahestehendsten Personen. Umso mehr habe ich Ihren aufregenden Weg miterleben dürfen und kann nur sagen: alles kam wie es vorher bestimmt war. Anders lässt es sich nicht beschreiben. Ich habe Agi ein paar Fragen zu Ihrer Berufung gestellt.

 

 

Laura: Beschreibe bitte den Weg, wie du zu deiner Leidenschaft gefunden hast?

Agi: Seit dem ersten Geburtstag meines Sohnes wurde mir plötzlich bewusst, dass ich Fotografin sein möchte. Das war schon immer in mir, aber ich habe es nicht ernst genommen. Denn ich hatte es ja “nicht gelernt”. Doch schon als ganz junges Mädchen bin ich nicht ohne Kamera aus dem Haus gegangen. Damals fotografierte ich meine Freundinnen und später ihre Babybäuche. Aber ich wunderte mich immer, wenn andere mich darum baten, sie zu fotografieren. Doch je mehr Komplimente ich bekam, desto mehr beschäftigte ich mich damit. Den letzten Anstoß gab dann mein eigenes interesse, schöne Fotos von meinen Kindern zu machen. Vor allem während der 2. Elternzeit arbeitete ich mich intensiv in die Techniken ein. Anfangs war es noch ein Hobby doch es erfüllte mich mehr und mehr mit Sinn und die Kreativität sprudelte nur so aus mir heraus. Es war eine tolle Abwechslung zum Alltag als Mama und schon bald meldete ich ein Nebengewerbe an. Seither erfüllt es mich von Tag zu Tag und ich lerne nebenbei auch noch so viele neue wundervolle Menschen kennen. Es macht mir so viel Spaß die Familien beim Shooting anzuleiten und mit ihnen zu lachen. Zu sehen wie unterschiedlich jede Familie ist und wie viel Liebe immer dahinter steckt. Doch am meisten liebe ich den Moment, wenn sie ihren fertigen Bilder sehen. Es dauert nicht lange und mich erreichen so wundervolle Nachrichten über das Handy, die mich oft zu Tränen rühren. Ich bin ein sehr positiver und einfühlsamer Mensch. Vielleicht war auch deswegen Krankenschwester meine erste Berufswahl.

Laura: Wie genau sieht deine Selbstständigkeit aus?

Agi: Zur Zeit arbeite ich wieder halbtags in einer Rehaklinik und fotografiere überwiegend an den Wochenenden oder auch mal Vormittags unter der Woche. Meine Kinder habe ich täglich vor der Linse und bekomme so immer wieder und ganz nebenbei zarte wundervolle Einblicke in ihr Tun und ihr buntes Kinderleben. Die Bearbeitung der Bilder für meine Kunden erledige ich vor allem abends, wenn die Kinder schlafen. Das ist manchmal anstrengend aber ich sehe es nicht wirklich als Arbeit, weil es mir einfach so viel Spaß macht, immer wieder kleine Kunstwerke aus meinen Bildern zu zaubern. An meinen freien Tagen mache ich das auch mal am Vormittag, damit ich abends mit meinem Mann entspannen und das Beisammensein genießen kann.

 

Laura: Was liegt dir bei deiner Arbeit ganz besonders am Herzen?

Agi: Da gibt es unterschiedliche Dinge. Vor allem ist es mir unter anderem wichtig, auf Dinge hinzuweisen und etwas zu verändern. Zum Beispiel das Thema stillen. Irgendwann fiel mir auf, dass die Frauen bei den Shootings eher verhalten und schüchtern darauf reagierten und sich zum Beispiel ins Auto zurück zogen. Ich wollte ihnen so gerne die Anspannung nehmen und hätte am liebsten noch gefragt, ob ich nicht ein paar Bilder machen dürfte. Ich selbst habe meine Kinder auch gestillt und mir war es egal, was andere dazu sagten. Kurzentschlossen startete ich also einen Aufruf bei Facebook und fragte, wer sich als Stillmodel zur Verfügung stellen würde. Im Stillen hoffte ich, dass wenigstens eine Mama sich melden würde. Aber es passierte etwas wundervolles. Mein Postfach explodierte, unzählige Anfragen gingen ein. Es war ein tolles Gefühl. Unbeschreiblich so viel Frauenpower. Eine Woche lang fotografierte ich jeden Tag eine Mami. Die Bilder bekamen eine enorme Reichweite. Viele Frauen schrieben mich an und bedankten sich bei mir, dass die Bilder sie bestärkt und auch ermutigt hätten, sich nicht mehr für ihr Stillen zu schämen. Sehr viele Hebammen lobten und teilten meine Beiträge. Stillen ist so eine wunderschöne liebevolle Sache, das wollte ich mit diesem Projekt zeigen. Ich selbst hätte auch gerne solch ein schönesFoto von mir gehabt aber zu der Zeit wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen. Der Höhepunkt des Stillprojekts war ein Gruppenstillfoto mit vielen Mamas. Das war magisch. Einzigartig diese Energie. Die Bilder transportieren das.

Laura: Wie hat deine Mutterschaft deinen beruflichen Alltag verändert?

Agi: Da ich zur Zeit noch doppelgleisig fahre, bin ich manchmal ganz schön kaputt. Aber vor allem als Fotografin kann ich mir meine Zeit ganz gut einteilen und ich überarbeite mich auch nicht mehr so wie zu Anfang. Meine Familie geht immer vor, vor allem wo meine Kinder noch so klein sind. Es ist auch nicht leicht die eigenen Kinder zu fotografieren, was einen Großteil meiner Arbeit als Fotografin ausmacht. Aber es macht ihnen viel Spaß und oftmals fragen Sie mich schon, wann wir denn wieder mit der Kamera raus gehen. Meine große Tochter ist sehr stolz auf mich und für sie bin ich nicht nur die beste Mama, sondern auch die beste Fotografin der Welt. Das macht mich so stolz und glücklich.

Laura: Was ist für dich das schönste am Mama sein?

Agi: Ich kann so viel von der Natürlichkeit meiner Kinder lernen, darf die Welt mit ihren Augen sehen. Ich genieße jede Sekunde mit ihnen.

 

Vielen Dank für dieses schöne Interview!

Besucht Agi doch einmal auf ihrer Homepage auf Facebook oder Instagram

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Nach oben